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Praxisgemeinschaft Ergotherapie

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Wechselnder Handgebrauch / Händigkeitsabklärung

Kinder mit wechselndem Handgebrauch / unklarer Händigkeit

Immer wieder können Eltern und ErzieherInnen Kinder mit wechselndem Handgebrauch beobachten, z. B. beim Werken, Malen, Schneiden und beim Essen.
Kinder, die noch mit fünf Jahren keine klare Händigkeit zeigen, dürfen nicht vorschnell auf eine Hand (häufig auf die rechte Hand) festgelegt werden. Durch Äußerungen, „die richtige oder schöne Hand“ zur Begrüßung zu geben, können Kinder zusätzlich verunsichert werden.

Kommt es zu einer Umschulung der Händigkeit, meist von links auf rechts, kann  es zu den verschiedensten Störungen im Gehirn kommen. Mögliche Umschulungsfolgen die beim Kind auftreten können, sind z. B. Konzentrationsstörungen, Raum-Lage-Unsicherheiten oder feinmotorische Störungen  mit Unlust beim Malen und Basteln,  oder Schreibschwierigkeiten.

Es ist wichtig, diese Kinder sehr genau zu beobachten und ihre Händigkeit von unseren langjährig  erfahrenen Ergotherapeutinnen und Linkshänderberaterinnen  (zertifiziert nach der Methode Dr. Barbara Sattler) Andrea Kisch und Inge Schillinger-Winkler abklären zu lassen, die auch die Elternberatung durchführen.

Viele weitere Informationen und Tipps können Inge Schillinger-Winkler und Andrea Kisch in Einzelberatungen oder auf Fortbildungen und Elternabenden im Kindergarten oder in der Schule geben.

Die Bedeutung der Handdominanz

Die Handdominanz ermöglicht uns, Arbeits- und Haltehand zu spezialisieren. Durch die dauerhafte Bevorzugung der Arbeitshand erreicht das Kind in dieser Hand eine wesentlich größere Geschicklichkeit.

Diese Geschicklichkeit setzt sich aus folgenden Aspekten zusammen:

Die Funktion der Haltehand ist für die Koordination beider Hände ebenso wichtig wie die der Arbeitshand. Bei beidhändigen Verrichtungen, z. B. beim Schneiden, müssen Arbeits- und Haltehand präzise und gut koordiniert zusammen arbeiten.
Kinder mit wechselndem Handgebrauch entwickeln keine sichere Arbeits- und Haltehand. So erreichen sie keine ausreichende Geschicklichkeit und Automatisierung der Bewegung. Darüber entwickeln sie keine sicher abrufbaren Bewegungsmuster: Sie müssen ständig Bewegungen und Handlungen neu planen. Dadurch bleiben sie unsicher und langsam in sämtlichen feinmotorischen Verrichtungen und vermeiden diese.

Zusätzlich wird durch den Handwechsel die Richtungswahrnehmung irritiert und die Kinder bleiben unsicher darin, wie z. B. ein  Wasserhahn auf- oder zugedreht wird oder in welche Richtung Buchstaben zu schreiben sind.

Auffälligkeiten von Kindern mit wechselndem Handgebrauch

Kinder mit wechselndem Handgebrauch fallen in verschiedenen Situationen auf, z. B:

Wiederholter Handwechsel bei einer Tätigkeit:
Das Kind malt z.B. `mal mit Links, `mal mit Rechts oder auch mit einem Stift in jeder Hand gleichzeitig.

Handwechsel bei verschiedenen Tätigkeiten:
Das Kind sägt z.B. rechts, malt links und schneidet mit der Rechtshänderschere mit Links.

Große feinmotorische Unlust:
Probiert das Kind z.B. eine Bastelarbeit, kommt es zu keinem guten Ergebnis. Frustriert vermeidet es insgesamt feinmotorische Tätigkeiten.

Wahrnehmungsrichtung von rechts nach links:
Das Kind legt z.B. Bildergeschichten von rechts nach links herum, schreibt Buchstaben und seinen Namen von rechts nach links oder in Spiegelschrift und hat große Schwierigkeiten, sich die Schreib- und Leserichtung zu merken.

Wiederholtes, linkshändiges Handgeben oder Winken:
Das Kind nimmt `mal die linke, `mal die rechte Hand.

 

Mögliche Ursachen für einen wechselnden Handgebrauch

Kinder mit wechselndem Handgebrauch in der Therapie

Grundsätzlich ist bei Kindern mit wechselndem Handgebrauch eine Abklärung des gesamten Entwicklungsstandes innerhalb der Gesamtanamnese erforderlich. Nur so kann die mögliche Ursache des wechselnden Handgebrauchs herausgefunden werden und eine umfassende, zielgerichtete Förderung erfolgen.

Folgende Bereiche gilt es zu überprüfen:

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