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Praxisgemeinschaft Ergotherapie

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Staatlich anerkannte Ergotherapeuten

Wahrnehmungsstörung

Wahrnehmungsstörung

Eine Wahrnehmungsstörung ist eine Störung entweder in der Aufnahme, der Weiterleitung zum Gehirn oder der Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn. Störungen bei der Auswahl und Filterung, beim Vergleichen und Speichern von Informationen führen zu falschen Reaktionen des Kindes.

Um eine Wahrnehmungsstörung sicher erkennen zu können, muss zuvor eine Organstörung z. B.  des Auges oder des Gehörs durch den Facharzt mithilfe verschiedener Tests ausgeschlossen werden.

Störungen im vestibulären und im taktilen System zeigen sich entweder in einer Über- oder Unterreaktion. Störungen im propriozeptiven System wurden bisher nur bei unterempfindlich reagierenden Kindern beobachtet.

Jedes Kind weist seine eigene Symptomatik auf und seine Probleme sind individuell sehr verschieden. Nur durch genaue Beobachtungen und Tests können die Auffälligkeiten und Schwierigkeiten herausgefunden und richtig interpretiert werden. Dies ist die Grundlage, um das Kind bei der Bewältigung seiner Schwierigkeiten über spezielle Therapieangebote und häusliche Übungen zu unterstützen.

Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung

Wahrnehmung wird auch mit dem lateinischen Begriff „Perzeption“ oder als „sensorische Integration“ bezeichnet. Sensorische Integration bedeutet, dass die Gesamtheit aller sinnlichen Eindrücke zu einer Ganzheit verknüpft wird. Die Wahrnehmung eines Menschen ist ein komplexer Prozess von der Aufnahme von Reizen aus der Umwelt und dem Körper, deren Weiterleitung zum Gehirn und deren Verarbeitung dort. Die Reize werden über sieben verschiedene Sinnessysteme aufgenommen und zum Gehirn weitergeleitet. Dort werden die Informationen verarbeitet.

Für die Aufnahme von Sinnesreizen ist somit die Menge der gespeicherten Vorerfahrungen wichtig, an die neue Informationen angeknüpft werden können. Sind diese Vorerfahrungen vielseitig, können auch vielseitige Verbindungen hergestellt werden. Zusätzlich sind der Wach- und Aufmerksamkeitsgrad, die Erwartungshaltung, Emotionen und die Motivation sowie die Intensität des Reizes für dessen Aufnahme ausschlaggebend. Erwartete Reize werden schneller aufgenommen als unerwartete und positive besser als negative.

Zusammenhang von Bewegung und Wahrnehmung

In der kindlichen Entwicklung gehören Bewegung und Wahrnehmung sowie Kognition, Sprache und Umwelteinflüsse immer zusammen und beeinflussen sich gegenseitig: Ist die Bewegungsfähigkeit / Motorik des Kindes eingeschränkt, so ist auch häufig die Wahrnehmung beeinträchtigt.
Anders herum hat eine Beeinträchtigung der Wahrnehmungsverarbeitung Einfluss auf die Motorik sowie häufig auch auf die Sprache und die emotionale Befindlichkeit eines Kindes.
Eine  differenzierte Bewegungs- und Wahrnehmungsfähigkeit  ist eine Grundvoraussetzung zur Entwicklung der Intelligenz. (Aus Buch „Was ist los mit meinem Kind- Bewegungsauffälligkeiten und Wahrnehmungsstörungen bei Kindern“, S. Pauli, A. Kisch, verlag modernes lernen.)

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